Vertonte Pressemitteilung
Podcast: Kinder werden toleranter, Hautfarbe und Behinderungen egal
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Info: Kinder werden toleranter, das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage des LBS-Kinderbarometers. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Zahl der internationalen Freundschaften annähernd verdoppelt. Und auch die Zahl der Freundschaften mit Kindern mit Behinderungen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Und je älter die Kinder werden, desto toleranter werden sie.

Original Pressemitteilung:
Kinder mögen Vielfalt: Mehr als die Hälfte schließen Freundschaften mit Menschen aus anderen Ländern

  • Die meisten internationalen Kinder-Freundschaften gibt es in Hamburg und Baden-Württemberg.
  • Am 16. November ist der Internationale Tag der Toleranz der UNESCO.
Berlin, 13.11.2014 – Unsere Kinder machen es uns wieder einmal vor: Immer mehr freunden sich mit Menschen an, die aus einem anderen Land kommen. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Anzahl internationaler Kinderfreundschaften fast verdoppelt: 2009 waren es noch 38 Prozent, die angaben, mit Menschen anderer Herkunft befreundet zu sein – „im aktuellen LBS-Kinderbarometer sind es schon 60 Prozent der 11.000 befragten Kinder zwischen 9 und 14 Jahren“, stellt LBS-Sprecher Dr. Christian Schröder fest. Anders sieht es jedoch beim Kontakt zu Menschen mit Behinderungen aus: Gelebte Inklusion kennen bisher nur knapp ein Viertel der Kinder. Kinder aus städtischen oder großstädtischen Umgebungen sind häufiger mit Ausländern befreundet als Kinder aus ländlichen Regionen, ebenso Kinder mit Migrationshintergrund. Unterschiedlich häufig treten die internationalen Freundschaften in den verschiedenen Bundesländern auf. In Hamburg, Baden-Württemberg, Berlin und Bremen sind sie am häufigsten. Kinder aus Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind weniger oft mit Menschen aus anderen Ländern befreundet. Anders sieht es beim Kontakt zu Menschen mit einer Behinderung aus. Immerhin pflegen mit 23 Prozent knapp ein Viertel Freundschaften zu Kindern mit Behinderungen, vor 5 Jahren waren es noch 11 Prozent. Hier gibt es ebenfalls Unterschiede zwischen den Bundesländern, wobei der Trend ähnlich ist: Hamburg steht erneut auf Platz eins, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern belegen die hinteren Plätze. Und: Je älter desto toleranter – sowohl die Anzahl der Freundschaften mit Menschen aus dem Ausland als auch mit behinderten Menschen steigt mit fortschreitendem Alter der Kinder an.Im Vergleich zur vorherigen Befragung hat auch das Interesse der Kinder an Menschen, „die nicht so sind wie alle anderen“ deutlich zugenommen. Inzwischen finden insgesamt rund Dreiviertel der Kinder das „anders sein“ völlig normal. Mädchen stimmten dieser Aussage häufiger zu als Jungen. Umgekehrt ist es vielen Kindern wichtig, gemocht zu werden, auch wenn sie anders sind. Zweidrittel der befragten Kinder fällt es nicht schwer, damit umzugehen, wenn andere Kinder nicht ihrer Meinung sind. Schröder: „Fühlen sich tolerante Kinder wohler? Diese Vermutung liegt nahe, denn beim Wohlbefinden der Kinder zeigt sich, dass sich Kinder - im Allgemeinen, in der Schule, in der Familie, bei Freunden und in der Wohngegend - umso schlechter fühlen, je schwerer ihnen der Umgang mit anderen Meinungen fällt.
Über das LBS-Kinderbarometer
Gefördert von der LBS-Gruppe und durchgeführt vom PROSOZ Institut für Sozialforschung liefert das LBS-Kinderbarometer seit 1997 Ergebnisse zum Wohlbefinden der Kinder zunächst in Nordrhein-Westfalen, 2007 wurde es auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet. Das LBS-Kinderbarometer folgt Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention und berücksichtigt gezielt den Kinderwillen, um diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die an gewöhnlichen Partizipationsmöglichkeiten nicht teilnehmen können. Damit liegt der Fokus der Untersuchung auf dem aktuellen Wohlbefinden der Kinder und nicht auf ihrem instrumentellen Wert als zukünftige Erwachsene. Regelmäßig befragt werden fast 11.000 Kinder zwischen 9 und 14 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Verteilung zwischen den Bundesländern sowie zwischen Jungen und Mädchen folgt den demografischen Statistiken des Bundes.

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