Vertonte Pressemitteilung
Podcast: Projekte hui, Hausaufgaben pfui - was sich Kinder von der Ganztagsschule wünschen
Kibaro Dez 13

Info: Die Ganztagsschule setzt sich immer weiter durch. Egal ob Gesamtschule, Offene Ganztagsschule oder Gemeinschaftsschule: Viele Kinder sind bis zum Nachmittag in der Schule. 55% der vom LBS-Kinderbarometer befragten Kinder findet das Angebot generell gut. Allerdings freuen sie sich wenig, wenn sie dann Hausaufgaben oder Unterricht machen sollen. Alles eine Frage der Gewöhnung oder haben sich Schulen auch Strategien überlegt, wie sie die Kinder durch weitere Angebote wie Spiele bei Laune halten?

Original Pressemitteilung:
Berlin, 9.12.2013 – Die Spanne von Nachmittagsangeboten an Schulen
wird immer breiter, doch welche empfinden die Kinder selbst als attraktiv?
Das LBS-Kinderbarometer befragte 10.000 Kinder im Alter von 9 bis 14
Jahren zu diesem Thema. Das Ergebnis: Nachhilfe und die Vertiefung von
Unterrichtsfächern treffen auf wenig Gegenliebe, Sport, Spiel und Zeit zum
Ausruhen werden aber durchaus befürwortet.
Generell findet eine deutliche Mehrheit (55 %) Nachmittagsangebote an Schulen sehr
interessant. Nur jedes siebte Kind (14 %) lehnt Aktivitäten am Nachmittag in der
Schule ab. Am wenigsten wollen sich die Kinder mit Fächern aus dem Vormittag
beschäftigen, 46 % mögen das gar nicht. Fast ebenso viele lehnen Nachhilfe (45 %)
oder das Erlernen von zusätzlichem Unterrichtsstoff (42 %) völlig ab.
Hausaufgaben in der Schule nachmittags zu erledigen, stößt auf geteilte
Begeisterung. Ein Viertel der Befragten findet dies nicht (17 %) oder wenig (9 %)
gut, 40 % der Kinder können diesem Angebot viel oder sogar sehr viel abgewinnen.
Viertklässler sind noch eher zum Erledigen der Hausaufgaben in der Schule zu
bewegen als Siebtklässler.
Sport am Nachmittag wünschen sich die Kinder vor allem (56 %), nur 14 % lehnen
das Angebot ab. Als fast ebenso wichtig wird Zeit zum Ausruhen und Entspannen
empfunden, jeder zweite Kind möchte das. Das Spielen darf am Nachmittag nicht zu
kurz kommen. Zwei Drittel der Kinder wollen am Nachmittag in der Schule spielen.
Auch themenbezogene Projekte, die sich über eine längere Zeit erstrecken, sind
attraktiv. Über die Hälfte der Kinder (59 %) lassen sich damit begeistern.
Nachmittags in der Schule Probleme zu besprechen, finden dagegen nur 39 % gut.
Prof. Bernhard Kalicki vom Deutschen Jugendinstitut kommentiert: „Kinder wollen
spielen und Spaß haben und sie brauchen Bewegung. Solche Angebote gemeinsam
mit anderen Kindern in der Schule zu nutzen, macht ihnen große Freude. Auch
Lernförderung ist sicher wichtig am Nachmittag, aber wir sollten es damit nicht
übertreiben.“

Über das LBS-Kinderbarometer
Gefördert von der LBS Initiative Junge Familie und durchgeführt vom PROKIDS Institut Herten  liefert das LBS-Kinderbarometer seit 1997 Ergebnisse zum Wohlbefinden der Kinder in  Nordrhein-Westfalen.
2007 wurde es erstmals auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet. Schirmherrin ist die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Kristina Schröder. Das  LBS-Kinderbarometer folgt Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention und berücksichtigt gezielt den Kinderwillen, um diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die an gewöhnlichen Partizipationsmöglichkeiten nicht teilnehmen können. Damit liegt der Fokus der Untersuchung  auf dem aktuellen Wohlbefinden der Kinder und nicht auf ihrem instrumentellen Wert als zukünftige Erwachsene. Befragt werden rund 10.000 Kinder zwischen 9 und 14 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Verteilung zwischen den Bundesländern sowie zwischen Jungen und Mädchen folgt den demografischen Statistiken des Bundes.

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