Vertonte Pressemitteilung
Buntmetalldiebstahl bei der Deutschen Bahn
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Info: Mehr als 15 Millionen Euro Schaden in 2011 • 500 Täterstellungen • seit 2009 massiver Anstieg der Deliktzahlen • DB setzt auf Prävention

Original Pressemitteilung:
08.02.2012, Berlin (DB). Es ist der Morgen des 21. Juni 2011: Auf den Bahnsteigen im Raum Köln warten die Fahrgäste auf ihre Bahn – vergeblich. Die Ursache: In den frühen Morgenstunden hatten Unbekannte in einem Kabelschacht im Kölner Stadtteil Gremberg mehrere Signalkabel sowie ein Telekommunikationskabel durchtrennt und dadurch den Bahnverkehr im Raum Köln stundenlang lahmgelegt. Sie hatten es auf die Kupferleitungen abgesehen. Insgesamt waren rund 160 Züge betroffen - über 40 fielen aus. Nur ein Beispiel für ein Phänomen, dass die DB immer öfter trifft: Der Buntmetalldiebstahl.
Bereits im zweiten Jahr in Folge verzeichnet die Deutsche Bahn einen massiven Anstieg von Buntmetalldiebstählen. Im Jahresvergleich 2009 zu 2010 stieg die Anzahl der Delikte um 40 Prozent. 2011 wurden mit 3.049 Delikten erneut über 50 Prozent mehr Taten registriert als im Vorjahr. Wobei seit dem Sommer ein Rückgang der Diebstähle festzustellen ist. Dabei haben es die Diebe vor allem auf Materialien wie Kupfer, Aluminium und Bronze abgesehen. Ursache für den drastischen Anstieg der Deliktzahlen sind unter anderem die hohen Rohstoffpreise.
Regionale Schwerpunkte liegen in Ostdeutschland und NRW

Der überwiegende Teil der Diebstähle wird von professionellen Gruppen mit mafiösen Strukturen verübt. Sie bringen das erbeutete Buntmetall auf dem kürzesten Weg ins Ausland, um es dort zu verkaufen.
Zum Teil rücken die Diebe sogar mit Laster und Kran an, um sich an den Bahnanlagen zu schaffen zu machen. Ein riskantes Unterfangen: Durch den Zugbetrieb und 15.000 Volt Spannung in der Oberleitung gehen die Täter ein lebensgefährliches Risiko ein.
Auch das Risiko erwischt zu werden ist statistisch gesehen sehr hoch – jeder fünfte Dieb wird gestellt. Die DB geht zivilrechtlich konsequent gegen die Täter vor und bringt jeden Diebstahl von Buntmetall zur Anzeige. Die Schadensersatzforderungen beziehen sich dabei nicht allein auf die Materialschäden. Auch die Kosten, die durch die Auswirkungen auf den Zugverkehr entstehen, werden von den Tätern zurückgefordert. Bei Buntmetall im Wert von 100 Euro können so schnell mehrere 100.000 Euro Schadensersatz zusammenkommen.  

Als weltweit eines der ersten Eisenbahnunternehmen setzt die Deutsche Bahn seit Juni 2011 auf die Kennzeichnung von Kabeln und Anlagen durch künstliche DNS. In den Schwerpunktregionen werden an mehreren hundert Kilometern Bahnstrecke Erdungs- und Telekommunikationskabel markiert, um präventiv und in der Ermittlung der Täter mehr Erfolge zu erzielen. Dazu wird eine Flüssigkeit mit dem künstlichen DNS-Code auf das Material aufgesprüht und ist für die Täter unsichtbar. Bei der Betrachtung unter einem Mikroskop wird ein holografisches Logo der DB erkennbar. Das so gekennzeichnete Material kann eindeutig der Deutschen Bahn als Eigentümerin zugeordnet werden. Der Code besteht aus winzigen Metallteilchen, auf die eine Codierung aufgeätzt worden ist. Die Partikel sind resistent gegen Sonne, Frost, Regen und Feuer.
Versuchen die Metalldiebe die Markierung zu entfernen, indem sie die Metallteile zersägen oder Kabelmäntel entfernen, landet das DNS-Material auf Werkzeugen, Kleidung und Händen. Mittels ultravioletten Lichts ist der Beweis für den Diebstahl schnell erbracht. Täter werden so von Vornherein abgeschreckt.
Die neuen Maßnahmen haben sich in der Praxis bereits bewährt – im Jahr 2011 wurden über 500 Täter festgenommen.
Eines steht jedoch fest: Bei einem Streckennetz von knapp 34.000 Kilometern ist es unmöglich jeden Meter Kabel zu überwachen.

Ansprechpartner:
Jens-Oliver Voß
Leiter Kommunikation Compliance, Datenschutz, Recht und Konzernsicherheit
Tel. +49 (0) 30 297-61140
Fax +49 (0) 30 297-61919
presse@deutschebahn.com
www.deutschebahn.com/presse
Buntmetalldiebstahl bei der Deutschen Bahn

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